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Machiavelli war gestern. Wissen teilen und erfolgreicher im Unternehmen zusammenarbeiten

Nikolai Shulgin
28. Januar 2014
Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2018
Bereits Goethe wusste, wie ein Unternehmen von heute besser funktioniert. Er gibt dem auch heute noch bei manchen CEOs beliebtem Machttheoretiker Machiavelli aus dem 16. Jahrhundert Paroli.:

Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort;
Verein' und leite! Beßrer Hort.

Obwohl diese Erkenntnis des deutschen Paradedichters zu „vereinen“, zusammenzuarbeiten, bereits von 1814 ist, tun sich manche Unternehmen immer noch schwer damit. Sie „entzweien“, das heißt sie trennen bei der Vergabe von Wissen lieber zwischen Hierarchiestufen und Abteilungen. Warum Firmen und Teams, die eine neue Kultur des Gebens von Informationen und der Zusammenarbeit jenseits der althergebrachten Formen fördern, besonders gute Erfolgschancen haben, darum geht es im Folgenden.
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Machiavelli in der heutigen Unternehmenskultur: Exklusives Wissen und Konkurrenzdenken.
Das Zitat von Goethe aus dem Band „Sprichwörtlich“ bezieht auf das geflügelte Wort „Divide et impera“ von Niccolò di Bernardo die Machiavelli aus dessen Werk „Der Fürst“, was so viel heißt wie„Teile und Herrsche“ (und hier ist nicht das Teilen im Sinne von „to share“ gemeint). Dieses besagt, man solle die Untergebenen in Untergruppen aufteilen, die möglichst nicht untereinander kommunizieren, sondern nur von oben die Befehle erhalten sollen. Schaut man sich den heutigen Arbeitsalltag an, könnte man meinen, dass dieses Prinzip in einigen Unternehmen heute noch gelte: Eine Abteilung weiß nicht, was die andere tut, teilweise konkurrieren Teams in bestimmten Bereichen gegeneinander. Wissen bleibt Macht und exklusiv. Wer zu viel Wissen weitergibt, verliert gegenüber der Konkurrenz, die sich dieses Wissen zu Nutzen macht.

Gerade Firmen, in denen diese Mentalität herrscht, tun sich natürlich schwer, Methoden der Social Collaboration einzuführen, in denen das Teilen im Sinne von „to share“ das Grundprinzip ist. Zumal das Teilen Aufwand für den jeweiligen Mitarbeiter bedeutet, der seinem Kollegen bei einem Problem hilft, das dieser gerade gepostet hat. Über dies, so die vorherrschende Haltung, sammele dieser Pluspunkte bei seinem Chef und gewinne einen Vorsprung im Karriererennen.

Wer Wissen teilt, gewinnt und macht Karriere
Doch seitdem es Foren, Blogs und Social Media gibt, in denen Menschen freiwillig und kostenlos anderen mit Informationen weiterhelfen, ihr Wissen teilen, findet ein Mentalitätswandel statt. Dieser lässt sich auch in den Unternehmen nicht aufhalten, drängt doch die Generation der Digital Natives der 80er und 90er ins Arbeitsleben. Gleichzeitig nutzen auch immer mehr Babyboomer und Silver-Sufer die Sozialen Medien und machen sich ihre Umgangsformen zu eigen.

Bereits der Erfolg bestimmter Blogs, zum Beispiel im meinem Bereich der „PR-Doktor“ zeigt, dass die Strategie, Wissen zu teilen auch geschäftlich profitabel ist Wer gute Informationen weitergibt, ist wie die Blog-Betreiberin Kerstin Hoffmann auf Panels eine gefragte Rednerin und erfolgreiche Buchautorin.

Adam Grant, Autor des Buches „Geben und Nehmen“, geht sogar noch weiter: Nur derjenige, der aus uneigennützigen Gründen Wissen weitergibt und anderen Kollegen um des Helfens willen hilft, kommt letztendlich in der Karriere weiter. Wer hingegen sein Wissen à la Machiavelli aus taktischen Gründen bei den Kollegen platziert und sich einschmeichelt, dem sei laut Grant kein langfristiger Erfolg beschieden. Er verschlechtert seine Erfolgschancen sogar noch, wenn er rangniedere Kollegen oder Konkurrenten schlecht behandelt, quasi mit den Füßen tritt.

Die neue Mentalität des Knowledge Sharings ist so erfolgreich, weil der Wissensfluss nicht nur in zwei Richtungen verläuft, von oben nach unten und von unten nach oben. In je mehr Richtungen das Wissen weitergegeben wird, je mehr Kollegen vom Wissen eines Mitarbeiters profitieren, desto zentraler wird automatisch seine Position im Unternehmen. Gemeint ist hier nicht seine Stellung in der Hierarchie qua Berufsbezeichung, sondern seine Position als „Go-to-Guy“, als jemand, der zuverlässig hilft und Fragen beantwortet. Je mehr Fragen er beantwortet, desto gefragter wird er. Gerade wenn es darum geht, Veränderungen durchzusetzen, ist ein solcher Kollege durch seine guten Beziehungen erfolgreicher, erreicht besser seine Ziele, denn er hat bereits Kompetenz gezeigt, sein Wort hat Gewicht. Das fällt natürlich irgendwann auch einmal der Personalabteilung auf, die ihn möglicherweise bei der Besetzung neuer Stellen berücksichtigt.
http://hbr.org/2013/07/the-network-secrets-of-great-change-agents/ar/1

Wie Social Collaboration Knowledge-Sharing fördert und umgekehrt
Den Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit können Unternehmen fördern. Durch die Einführung der Social Collaboration auf Basis des Social Intranets werden die Verhaltensweisen des Teilens und Gebens eingeübt – nicht umsonst ist das Adjektiv „sozial“ Bestandteil dieser Systeme. Ein Firmen-Facebook ermöglicht es, mit allen Kollegen zu kommunizieren, vom Auszubildenden bis zum Geschäftsführer. Dadurch geht die Kommunikation in viel mehr Richtungen, die Beziehungen im Gesamtteam werden gefestigt, die Zusammenarbeit gefördert, Ziele werden effektiver und erfolgreicher umgesetzt. Dabei ist es wichtig, dass die Einstiegsbarriere in ein entsprechendes Social Collaboration System möglichst niedrig ist, so dass möglichst viele möglichst schnell auf diese Art und Weise zusammenarbeiten. Aber selbst, wenn das Social Intranet sehr userfreundlich ist, sind auch die Personalabteilung und Abteilungsleiter gefordert, durch behutsame Steuerung und Förderung des Knowledge Sharings und des Gebens, die Einführung eines Social Collaboration Systems zu unterstützen.
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