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„Bullshit Meetings“ sind sehr befreiend

Lilit Schoo
16. August 2016
Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2018
Anne Breitner begleitet Unternehmen in strategischen und kulturellen Veränderungsprozessen, arbeitet als Sparringpartner für interne Projektleiter, coacht und moderiert Konferenzen und Workshops.

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Hier ist das Interview mit Frau Breitner zum Thema „Organisationsentwicklung und Führung“.

- Erzählen Sie bitte etwas von sich. Wie lange arbeiten Sie schon in dieser Branche?

Ich bin seit über 15 Jahren in der Branche, seit 2004 selbständig tätig. Für meine Kunden bin ich teils Change Designer, Business Strategist, Coach, Projekt Enthusiast und oftmals auch die “gute Fee”.

Meine Leidenschaft in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, Teams und Einzelpersonen sind die unausgesprochenen Spielregeln im Umgang miteinander oder mit sich selbst. Meine Fähigkeit liegt darin, diese erfolgsfördernd bearbeitbar zu machen.

- Kommen wir jetzt zur Organisationsentwicklung: wie intensiv beschäftigen sich die Unternehmen heutzutage mit dieser Frage und welche Gründe für Organisationsveränderungen haben die meisten Unternehmen?

Veränderungen und wachsende Marktanforderungen finden heute schneller statt als früher. Dadurch sind viele Unternehmen in Österreich unter Druck ihre Organisation darauf auszurichten. Versäumnisse aus der Vergangenheit werden deutlich. Das zeigt sich z.B. durch fehlende Harmonisierung eingesetzter Softwaresysteme. In der Vergangenheit ging es noch leichter durch, wenn einzelne Know-How Träger durch manuelle Tätigkeiten Bruchstellen zwischen Systemen ausbalanciert haben. Heute geht das oftmals nicht mehr und es müssen die einzelnen Softwaretools miteinander verzahnt werden. Wissensmanagement wird zunehmend Teil der Organisationsentwicklung und steht vor der Herausforderung durch intelligente Systeme eingesetzt zu werden und durch Communities intern verbreitet zu werden.

Die interne Kommunikation über hierarchische Kanäle ist an vielen Stellen nicht mehr schnell genug und bringt Entscheidungsträger zusätzlich unter Druck. Gerade international tätige Unternehmen stehen vor der Herausforderung den online-Markt als Geschäftsmodell zu integrieren, in beiden Welten zu Hause zu sein und ihren Mitarbeitern durch die neue Welt des Arbeitens attraktive Arbeitsumgebungen zu schaffen.

- Gibt es bestimmten Methoden der Organisationsentwicklung, die am häufigsten genutzt werden? Welche von denen schlagen Sie am liebsten vor?

- Business Canvas, das verstehen der verschiedenen Geschäftsmodelle im Unternehmen trägt wesentlich zur Klärung / Verständnis der eigenen Aufgaben bei.

- interaktive WS Formate (z.B. Market place open space und world cafe) finden nach wie vor guten Anklang, nach anfänglichen Brainstorming sollte vor allem die Ergebnisorientierung und Verortung nachfolgender Schritte zentraler Bestandteil der Arbeitsstruktur sein.

- Design Thinking ist gerade sehr gefragt und wird von vielen Unternehmen eingesetzt, um zu neuen Ideen zu kommen

- Klare Rollen und Backup Definitionen, die Frage wer ist mein rechter Flügelmann gewinnt immer mehr an Bedeutung, weil die Komplexität zu nimmt.

- Schnittstellenklärungsprozesse, in vielen Organisationen sind permanente Veränderungsprozesse in einzelnen Abteilungen zur Normalität geworden, jedoch mangelt es an begleitender Schnittstellenklärung, wenn ich meine eigene Abteilungsidentität weiterentwickle muss ich das mit meinen Nachbar-Abteilungen abstimmen, sonst entstehen neue Missverständnisse und Probleme.

- Regelmäßige „bullshit Meetings“ sind ebenfalls sehr befreiend und bringen oftmals kreative neue Lösungen zu Tage. Hierbei geht es darum, ein Meeting dem Zweck zu widmen indem herzhaft über alle Aspekte gejammert, geschimpft und sich lustvoll ausgelassen werden darf. Die Teilnehmer erhalten so einen geschützten Rahmen für Kritik.

- Noch Paar Worte zu der Organisationsführung: wie ist die moderne Sicht dazu? Gibt es Unterschied zu der heutigen Organisationsführung und der Organisationsführung vor 5-10 Jahren?

Definitiv. Kommunikation ist heute direkter und weniger hierarchisch organisiert. Dadurch verschiebt sich das Verständnis von Macht, welche nicht mehr zwangsläufig auf eine Funktion beschränkt ist.

Die moderne Führung ist eher eine Führung über „gutes Beispiel“. Mitarbeiter orientieren sich stärker daran, ob ihre Grundbedürfnisse bei der Arbeit nach Aufmerksamkeit, Wertschätzung und wirksam sein von ihrer Führungskraft gedeckt werden oder nicht. Jüngere Mitarbeiter die jetzt nach dem Abschluss in den Arbeitsmarkt treten lernen anders als früher. Dies wird auch die interne Weiterbildung in den nächsten Jahren prägen.

- Welche Bücher oder andere Informationsressourcen zu diesem Thema würden Sie unseren Lesern empfehlen?

a) Reinventing Organizations
b) Being social
c) Digital Happiness
d) New world of work

Danke für das Interview.

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