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Facebook at Work: Vor- und Nachteile für Unternehmen

Nikolai Shulgin
27. Januar 2015
Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2018
Letzte Woche hat Facebook sein neues Projekt Facebook at Work für die ersten Beta-Tester aufgemacht und damit erfrischende Bewegung in den Social Collaboration-Markt gebracht.

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Ich wurde bereits von Deutsche-Startups zu dem Thema ausgefragt, möchte an dieser Stelle aber noch mal alle Pros und Cons zusammenfassen.

Also, warum hat Facebook at Work das Zeug zum Standardtool für Social Colaboration

1. Ressourcen und Qualität

Facebook hat enorme finanzielle Mittel und damit alle Zeit der Welt, Testphasen zu durchlaufen und das Produkt zu verbessern. Darüber hinaus hat das Unternehmen den Vorteil, enorme Ressourcen in die technische Entwicklung zu investieren. Potentielle Kunden dürften sich also auf ein technisch ausgereiftes, gut durchdachtes und damit effizientes Produkt freuen.

2. Weite Verbreitung

Etwa 30 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Facebook. Ein nicht unerheblicher Teil der Erwerbstätigen ist damit routiniert im Umgang mit der Plattform. Da der neue Business-Ableger in gleichem Design erscheinen wird, werden bei der Einarbeitung wohl kaum Probleme auftreten. Facebook at Work kann also sanft und ohne das übliche Chaos in den Arbeitsalltag eingeführt werden. Das dürfte die Hemmschwelle, sich für das Netzwerk zu entscheiden, senken.

Facebook wird also das Thema der internen Social Networks massentauglich machen. Und das ist der große Vorteil für uns. Bis jetzt haben wir, als Social Software-Hersteller nur diejenigen Firmen abgeholt, die sich mit dem Thema „Social Communication ohne E-Mail“ bereits beschäftigt haben. Jetzt wird der Markt um vieles größer. Für uns als Hersteller gilt es, die durch Facebook at Work „vorgewärmten“ Interessenten abholen und für uns überzeugen. Denn Facebook at Work hat viele Nachteile, die nicht mit einem deutschen Unternehmen nicht kompatibel sind.


Und warum Facebook at Work es (vorerst) doch nicht wird

1. Mangelnde Datensicherheit

Zu den größten Bedenken der Unternehmen bei der Auswahl von Cloud-Diensten gehört typischerweise die Datensicherheit. Facebook versucht nicht nur, über ausländische Organisationsstrukturen Datenschutzrichtlinien zu umgehen, sondern ist in der Vergangenheit des Öfteren wegen Sicherheitspannen aufgefallen, etwa was die Authentifizierung von Nutzern während des Logins betrifft. So werden potentielle Kunden den Einwand entgegenbringen, dass sensible Daten nach außen dringen könnten.

2. Facebook gilt als unzuverlässig

Das Unternehmen ist in der Vergangenheit öfters damit aufgefallen, versehentlich oder wegen technischen Problemen, etwa fehlerhaften Algorithmen, Inhalte gelöscht zu haben. Mit dieser Art von Datenverlust wird Facebook die Unternehmen nicht langfristig halten können.

3. Mangelnder Support

Facebook sitzt in den USA und überlässt den Nutzer oft gern dem „Fragen und Antworten“-Bereich. Kontaktmöglichkeiten sucht man vergebens. Unternehmen werden hier höhere Anforderungen stellen: so, wie sie es von spezialisierten Anbietern gewohnt sind. Dem ist Facebook bisher nicht nachgekommen.

4. Facebook ist oft Tabu für Mitarbeiter

Nicht zu Unrecht haben etwa die Hälfte der Unternehmen in einer Umfrage bestätigt, Facebook für ihre Mitarbeiter gesperrt zu haben, da schwerlich unterschieden werden kann, welche Aktivität privater und welche geschäftlicher Natur ist. Viele Firmen fürchten dabei schlichtweg um ihre Effizienz.

5. Last but not least: Facebooks Monetarisierungsmodell funktioniert nicht mit Facebook at Work

Facebook generiert seinen Umsatz damit, Anzeigen auf Grundlage der individuellen Nutzerdaten zu schalten. Unternehmen werden diese Daten nicht leichtfertig aus der Hand geben, noch Konkurrenten mit diesen Geld verdienen lassen wollen. Facebook muss sich daher – abgesehen von kleineren Nutzungsentgelten - etwas Neues überlegen. Ich bin mir zwar sicher, dass Facebook hier etwas im Ärmel hat, aber eine andere Sache ist entscheidend: Das Unternehmen wird es sehr schwer haben, das verlorene Vertrauen im Bezug auf die Handhabung sensibler Daten zurückzugewinnen.


Fazit

Facebook bringt richtig Bewegung in den Marke und macht ihn endgültig massentauglich. Meiner Meinung nach, hat das Projekt in Deutschland aber vorerst wenig Aussicht auf Erfolg. Zumindest wenn Facebook seine bisherige Strategie und sein Marktverhalten nicht ändert.

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