• E-Mail-Marketing ist wie guter Whiskey - es wird besser

    Lilit Schoo 26. Juli 2016
    Melanie Riedel – E-Mail-Marketing Experte, seit 10 Jahren Kundenberatung projektweise (u.a. Simyo und Deutsche Post) oder Interimsprojekte (u.a. TUI, BILD, Pro7), außerdem als Adressbroker und B2B und B2C Adressen Vermittler, auch international.

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    · In den letzten Jahren gab es massive Veränderungen – Spam, soziale Netzwerke, zahlreiche Messenger usw. Funktionieren die E-Mail-Marketing-Strategien trotzt diesen Veränderungen oder sind welche schon veraltet?

    E-Mail-Marketing gibt es nun seit über 30 Jahren. Und es wird alle paar Jahre mal wieder totgesagt. Aber ich sage: E-Mail-Marketing ist wie guter Whiskey - es wird besser. Es entwickelt sich. Und wird gezielter. Dynamischer. Näher dran am Kundenlebenszyklus und an den Kundenwünschen. Und E-Mail-Marketing und Social Media können und sollten sich vielmehr befruchten als gegenseitig ersetzen. Jeder Kanal ist nur so erfolgreich, wie die spezifisch dafür gestalteten Inhalte.

    · Was sind die größten E-Mail-Marketing-Fehler, die Unternehmen machen, Ihrer Meinung nach?

    Oftmals fehlt eine vernünftige E-Mail-Strategie. Sowohl bei der Bespielung der eigenen Interessenten/Kunden im eigenen Unternehmensnewsletter, als auch bei der Anmietung von Fremdadressen zur Akquise. Es gibt keinen richtigen Redaktionsplan, keinen roten Faden, sondern es wird verzweifelt nur spontan reagiert, weil eben wieder der eigene Newsletter raus muß, oder weil eben unbedingt diesen Monat Marketingbudget ausgegeben werden muß.
    Und als Resultat wird der Kundennutzen vernachlässigt und die Relevanz für den Kunden geht verloren, damit kann eine Kampagne nicht erfolgreich sein. Unternehmen setzen viel zu selten die Kundenbrille auf, obwohl das die einzige ist, die Durchblick verschafft.
    Zusätzlich hapert es dann oft an der Adressqualität. Es werden günstig für den eigenen Verteiler Sponsoringdaten ohne jeden Unternehmensbezug eingekauft, die keinerlei Interesse und somit auch keine Nachhaltigkeit haben. Und es werden die günstigsten Fremdadressen angemietet, wo völlig ohne Selektion mit der Schrotflinte auf die breite Masse geschossen wird. Das schafft keine Kunden, das vergrault sie!

    · Was ist das Wirkungsvollste, was die Unternehmen tun können, um mehr Kunden zu gewinnen?

    Nutzen stiften, relevant sein für Kunden. Sich als kompetenten Dienstleister präsentieren. Nicht platt ohne Ziel verkaufen, sondern - ja, da ist sie wieder - die Kundenbrille aufsetzen!

    · Angesichts der Tatsache, wie beliebt WhatsApp, Viber, SnapChat, Telegram und andere Messenger sind, wie ist die Auswirkungen des E-Mail-Marketings? Ist es schwerer geworden, die Kunden zu erreichen?

    E-Mail-Marketing hat heute und wird auch zukünftig ebenso eine Berechtigung haben wie andere Messenger. Bei jedem Kanal ist es so, dass die „fiese, miese Kaltakquise“ heutzutage ausgedient hat. Der Kunde hat heutzutage mannigfaltige Möglichkeiten, sich bei Bedarf eigenständig zu informieren. Verkaufen um jeden Preis mit dem Holzhammer braucht keiner mehr, E-Mail-Marketing muß einen Zusatznutzen stiften, dann funktioniert es auch.

    · Kommen wir zu der wichtigsten Frage des E-Mail-Marketings. Welche Eigenschaften muss ein E-Mail-Marketing-Vermarkter besitzen, um in den nächsten 5-10 Jahre erfolgreich zu bleiben?

    Ein Vermarkter muß auf seine angebotene Adressqualität achten, dies ist das A und O einer langfristigen Vermarktbarkeit. Es sollte in keinem Fall jede x-beliebige Kampagne über den Verteiler gejagt werden. Dies führt zu einer steigenden Abmelderate und zu sinkendem Interesse der Empfänger. Der Empfänger lernt schnell, ob von einem Absender relevante Informationen kommen oder nur uninteressante Gewinnspiele, Lotterie- und Wahrsager-E-Mails. Es ist ein Teufelskreis, je mehr „schlechte“ E-Mails ein Vermarkter versendet, desto weniger vermarktbare Adressen hat er, und diese performen auch zunehmend schlechter im Sinne von Öffnungs- und Klickrate und Conversion. Dies merken buchende Kunden recht schnell und buchen den Verteiler einfach nicht mehr, was das Geschäftsmodell des Vermarkters schlicht zum erliegen bringt.

    · Welche Informationsressourcen zu diesem Thema würden Sie unseren Lesern und den E-Mail-Marketing-Vermarktern empfehlen?

    Es gibt diverse gute Newsletter und Blogs von ESPs und Agenturen, z.B. E-Mail-Marketing-Forum oder Litmus, um nur zwei zu nennen. In meinem eigenen Blog gebe ich einen umfassenden Überblick über alles, was der E-Mail- und Online-Marketing-Markt gerade so hergibt. Dabei versuche ich, die relevanten Rosinen aus der enormen Menge verfügbarer Informationen herauszupicken. Das ist am Ende natürlich eine subjektive Auswahl, weil niemand alles lesen kann. Aber nach mehr als 12 Jahren E-Mail-Marketing-Expertise offenbar eine gute, wie mir immer wieder gern gesagt wird. Überzeugen Sie sich gern selbst! )))

    Danke für das Interview.

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