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Softwarelösungen objektiv vergleichen, statt einfach Hersteller-Checklisten zu übernehmen

Daniel Schwarz
21. August 2026
Zuletzt aktualisiert: 21. August 2026

Eine Softwareauswahl nach Hersteller-Checkliste fühlt sich kostenlos an: Das PDF ist in zwei Minuten heruntergeladen, alle Häkchen leuchten grün, und die Entscheidung steht nach einem Nachmittag. Bezahlt wird trotzdem, nur eben später. Über drei Jahre gerechnet trägt das Unternehmen die Rechnung in Form von Wechselkosten, ungeplanten Schulungen und Lizenzen, die bezahlt, aber nie genutzt werden. Wer eigene Kriterien für die Softwareauswahl definiert, bevor die erste Anbieterseite geöffnet wird, dreht dieses Verhältnis um.

Wie groß der Betrag werden kann, zeigt eine kurze Rechnung. Ein Werkzeug für 40 Personen für 12 Euro pro Nutzer und Monat summiert sich über 36 Monate auf 17.280 Euro an reinen Lizenzkosten. Stellt sich nach der Einführung heraus, dass zehn der 40 Lizenzen brachliegen, weil das Tool am Arbeitsalltag vorbeigeht, schlägt allein dieser Leerstand über die volle Laufzeit mit 4.320 Euro zu Buche. Die Arbeitsstunden für einen späteren Systemwechsel sind da noch gar nicht mitgezählt.

Kriterien für die Softwareauswahl, oft auch als Auswahl- oder Entscheidungskriterien bezeichnet, sind die vorab definierten Prüfpunkte, mit denen ein Unternehmen konkurrierende Softwarelösungen objektiv vergleichbar macht. Relevant sind sie für alle, die an einer Kaufentscheidung beteiligt sind oder sie verantworten, vom Teamleiter einer Zehn-Personen-Abteilung bis zur IT-Leitung im Mittelstand. Zum Einsatz kommen sie, bevor Angebote eingeholt oder Demos angesehen werden, damit sich die Anbieter an den Anforderungen messen lassen müssen und nicht umgekehrt. So entsteht eine dokumentierte und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage, anhand derer sich auch zwei Jahre später noch erklären lässt, warum die Wahl auf genau dieses System fiel.

Dieser Artikel stellt sieben solcher Prüfpunkte vor, die auf Hersteller-Checklisten üblicherweise fehlen, und verdichtet sie zu einem gewichteten Bewertungsbogen mit Punkteskala. Bewertet werden Alltagstauglichkeit, Gesamtbetriebskosten, Integrationsfähigkeit, Skalierbarkeit, DSGVO-Konformität, Ausstiegskosten sowie das Schulungs- und Supportangebot. Durchgerechnet wird das Verfahren an zwei beispielhaften Lösungen, Tool A und Tool B, damit Sie die Methode direkt auf Ihren eigenen Softwarevergleich übertragen können.


Warum bei Hersteller-Checklisten immer der Anbieter gewinnt

Der Fehler beginnt beim Absender. Eine Vergleichs-Checkliste aus der Feder eines Anbieters listet mit hoher Zuverlässigkeit genau die Funktionen auf, in denen dieser Anbieter glänzt. Das ist keine böse Absicht, sondern Verkaufslogik: Niemand druckt eine Tabelle, in der das eigene Produkt in drei von zehn Zeilen ein rotes Kreuz trägt.

Wer die Vergleichskriterien stellt, bestimmt das Ergebnis. Steht „KI-gestützte Berichtsvorlagen“ als Zeile in der Tabelle, wirkt jedes Tool ohne dieses Merkmal unvollständig, selbst wenn niemand im Unternehmen je einen solchen Bericht gebraucht hat. Umgekehrt fehlen die unbequemen Zeilen fast immer: Was kostet der Export der eigenen Daten beim Ausstieg? Wie schnell antwortet der Support an einem Dienstagnachmittag? Wie hoch fällt der Preis aus, wenn aus 40 Nutzern 80 werden? Genau an diesen Stellen unterscheiden sich Anbieter, die drei Jahre lang gut zu Ihnen passen, von Anbietern, die nur in der Demo überzeugen.

Wer Herstellerversprechen prüfen will, setzt deshalb einen Schritt früher an als die meisten Auswahlteams: nicht bei den Antworten, sondern bei den Fragen. Solange die Fragen vom Verkäufer stammen, gewinnt der Verkäufer. Belastbare Kriterien für die Softwareauswahl entstehen aus dem eigenen Arbeitsalltag, den vorhandenen Systemen und dem realen Budgetrahmen. Für diese Übersetzungsarbeit gibt es ein bewährtes Werkzeug, das der nächste Abschnitt Schritt für Schritt aufbaut.

Der gewichtete Bewertungsbogen: So funktioniert ein objektiver Softwarevergleich

Ein Bewertungsbogen, auch Bewertungsmatrix oder Nutzwertanalyse genannt, ist eine Tabelle, in der jedes Auswahlkriterium ein Gewicht und jeder Anbieter je Kriterium eine Punktzahl erhält; das Produkt aus beiden ergibt die Gesamtwertung. Er übersetzt damit Bauchgefühl in vergleichbare Zahlen. Das Prinzip bleibt bewusst einfach: Ihr Team legt Prüfpunkte fest, verteilt Gewichte, vergibt Punkte und multipliziert. Der Aufbau folgt sechs Schritten:

  1. Anforderungskatalog erstellen: Ein Workshop von rund zwei Stunden mit drei Rollen reicht für den Anfang: Anwenderinnen und Anwender, die täglich mit dem Tool arbeiten werden, die Person mit Budgetverantwortung und jemand aus IT oder Datenschutz. Jede Anforderung wird als vollständiger Satz notiert, etwa „Wir müssen ein Angebot innerhalb eines Arbeitstages erstellen und versenden können“, nie als bloßer Funktionsname.
  2. Anforderungen zu Kriterien verdichten: Aus 30 oder 40 Einzelpunkten entstehen sieben Oberkriterien. Doppelungen werden zusammengelegt, reine Wunschpunkte kommen auf eine separate Liste und fließen erst bei Gleichstand in die Entscheidung ein.
  3. Gewichte verteilen: 100 Punkte werden auf die sieben Kriterien aufgeteilt. Ein einzelnes Kriterium sollte höchstens 20 Punkte tragen, damit keine Einzelfrage die gesamte Auswahl dominiert.
  4. Punkteskala verankern: Jede Stufe von 1 bis 5 bekommt eine kurze Beschreibung. Eine 5 bei den Ausstiegskosten heißt zum Beispiel: vollständiger Datenexport in offenen Formaten, selbst auslösbar, ohne Zusatzkosten. So bewerten drei Personen dieselbe Beobachtung mit derselben Zahl.
  5. Getrennt bewerten: Mindestens drei Personen füllen den Bogen unabhängig voneinander aus, am besten direkt nach der Testphase und nicht nach der Vertriebspräsentation.
  6. Zusammenführen und diskutieren: Punkte mal Gewicht, Summe je Anbieter. Überall dort, wo zwei Bewertungen um mehr als zwei Punkte auseinanderliegen, lohnt ein kurzes Gespräch über die Gründe, bevor der Durchschnitt gebildet wird.

Wer im Netz nach „Bewertungsmatrix Software“ sucht, findet Dutzende Vorlagen zum Herunterladen. Die Vorlage ist dabei der unwichtigste Teil. Den Wert erzeugen die Gewichte, denn mit ihnen legt Ihr Team fest, welche Frage im Alltag wirklich schwer wiegt und welche nur gut klingt.

Wie das konkret aussieht, zeigt ein durchgerechnetes Beispiel. Zwei Anbieter stehen zur Wahl: Tool A, das in der Demo alle begeistert hat, und Tool B, das nüchterner wirkt. Beide werden mit derselben Skala von 1 bis 5 bewertet. Die Gewichte ergeben zusammen 100, die Höchstpunktzahl liegt damit bei 500.

Kriterium

Gewicht

Tool A ( Punkte )

Tool A (gewichtet)

Tool B (Punkte)

Tool B (gewichtet)

Alltagstauglichkeit

20

5

100

3

60

Gesamtbetriebskosten TCO

20

3

60

4

80

Integrationsfähigkeit

15

2

30

5

75

Skalierbarkeit

10

4

40

3

30

DSGVO-Konformität

15

4

60

4

60

Ausstiegskosten

10

2

20

4

40

Schulungs- und Supportangebot

10

5

50

3

30

Summe

100

25

360

26

375

Ohne Gewichtung trennt die beiden fast nichts: 25 zu 26 Rohpunkte. Mit Gewichtung läuft der Vergleich auf 360 zu 375 Punkten hinaus, und der Demo-Liebling verliert. Tool A sammelt seine Punkte dort, wo es sich gut anfühlt, bei der Bedienung und beim freundlichen Support. Tool B gewinnt dort, wo es über drei Jahre teuer oder günstig wird: bei den Gesamtkosten, der Integrationsfähigkeit und den Ausstiegskosten. Genau diese Verschiebung ist der Zweck des Bogens.

Was sich hinter den sieben Zeilen der Tabelle verbirgt, klären die nächsten drei Abschnitte im Detail.

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Die drei Kriterien des Arbeitsalltags: Alltagstauglichkeit, Gesamtkosten und Integrationsfähigkeit

Die ersten drei Prüfpunkte tragen zusammen 55 der 100 Gewichtspunkte, weil sie jeden einzelnen Arbeitstag betreffen. Sie lassen sich nur mit echten Aufgaben bewerten, nie mit einer Präsentation.

Kriterium 1: Alltagstauglichkeit statt Demo-Glanz

Jede Demo zeigt den Idealfall: saubere Beispieldaten, geübte Klickfolgen, keine Ausnahmen. Der Arbeitsalltag sieht anders aus. Ein ehrlicher Test nimmt den unordentlichsten Vorgang des letzten Monats, etwa die Kundenanfrage mit drei Rückfragen, zwei Zuständigkeitswechseln und einem Anhang im falschen Format, und stellt ihn im Tool nach. Bewerten sollte diese Zeile die Person, die den Vorgang später sechsmal am Tag bearbeitet, nicht die Projektleitung. Eine brauchbare Leitfrage lautet: Wie viele Klicks kostet der häufigste Handgriff, und wie viele davon fühlen sich überflüssig an?

Kriterium 2: Gesamtbetriebskosten (TCO) statt Listenpreis

Der Listenpreis ist nur die Anzahlung. Für das 40-Personen-Beispiel aus der Einleitung sieht die vollständige Rechnung über drei Jahre so aus: 17.280 Euro für Lizenzen, dazu 3.000 Euro für die einmalige Einführung und Datenübernahme, 2.800 Euro für die interne Schulungszeit (40 Personen mal zwei Stunden mal 35 Euro interner Stundensatz) und 2.520 Euro für die laufende Administration (zwei Stunden pro Monat mal 36 Monate mal 35 Euro). Die Gesamtbetriebskosten (TCO) summieren sich damit auf 25.600 Euro. Rund ein Drittel der Summe, nämlich 8.320 Euro, steht auf keiner Preisliste.

Annahmen dieser Rechnung: 40 Nutzer, 12 Euro pro Nutzer und Monat, 36 Monate Laufzeit, 35 Euro interner Stundensatz, zwei Stunden Schulung pro Person, zwei Stunden Administration pro Monat. Setzen Sie an diesen sechs Stellen Ihre eigenen Werte ein, dann gilt das Modell auch für Ihr Unternehmen. Wer zwei Anbieter vergleicht, rechnet die vier Kostenpositionen für beide durch und bewertet die Differenz, nicht den Werbepreis.

Kriterium 3: Integrationsfähigkeit in die bestehende Systemlandschaft

Kaum ein Tool arbeitet allein. E-Mail, Kalender, Buchhaltung und Dateiablage sind fast immer schon vorhanden, und jede fehlende Verbindung erzeugt Doppelerfassung. Die Kosten dafür lassen sich beziffern: Ein Datensatz, der zweimal eingetippt wird, kostet etwa drei Minuten. Bei 20 solchen Vorgängen pro Woche ergibt das eine Stunde wöchentlich, also 52 Stunden im Jahr für eine einzige Schnittstellenlücke. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Anbindungen ab Werk existieren, welche über eine offene API machbar sind und welche dauerhaft Handarbeit bleiben. Tool A bekam im Beispiel an dieser Stelle zwei Punkte, und dieser eine Wert hat das Tool den Gesamtsieg gekostet.

Diese drei Prüfpunkte entscheiden über die tägliche Arbeit. Die nächsten zwei blicken weiter nach vorn.

Zwei Kriterien mit Spätfolgen: Skalierbarkeit und Datenschutz

Wachstum und Recht haben eines gemeinsam: Beide melden sich erst, wenn der Vertrag längst unterschrieben ist. Genau deshalb gehören sie vorab in den Bogen.

Kriterium 4: Skalierbarkeit ohne Preissprünge

Die Skalierbarkeit von Software zeigt sich selten in der Demo und fast immer an der Preistabelle. Typische Bruchstellen: Ein Tarif endet bei 50 Nutzern, der nächste beginnt mit anderem Funktionsumfang und neuem Preis pro Kopf. Wer heute 40 Personen anmeldet und in zwei Jahren 80 beschäftigt, sollte den Preis für beide Ausbaustufen schriftlich vorliegen haben, bevor er unterschreibt. Zur Prüfung gehören drei Fragen: Was kostet die Verdopplung der Nutzerzahl? Bleiben alle Funktionen im größeren Tarif erhalten? Und lässt sich der Tarif auch wieder verkleinern, wenn ein Standort schließt? Ein Anbieter, der auf diese Fragen nur ausweichend antwortet, hat die Antwort damit schon gegeben.

Kriterium 5: DSGVO-Konformität, die über das Werbebanner hinausgeht

„DSGVO-konform“ auf der Website ist ein Werbewort. Ein unterschriftsreifer Auftragsverarbeitungsvertrag ist ein Dokument. Die DSGVO-Konformität eines Anbieters prüfen Sie an vier konkreten Nachweisen: dem Auftragsverarbeitungsvertrag samt Liste der Subunternehmer, dem Serverstandort für Ihre Daten, einem beschriebenen Löschkonzept und einem Rollen- und Rechtekonzept, das den Zugriff im Alltag steuert. Fehlt einer dieser vier Nachweise, gehört in diese Zeile des Bogens keine 4 oder 5, ganz gleich, wie überzeugend die Datenschutzseite formuliert ist. Beide Beispiel-Tools erreichten hier eine 4, weil jeweils ein Nachweis erst auf Nachfrage kam.

Bleiben zwei Prüfpunkte, die fast jedes Auswahlteam überspringt, weil sie erst Jahre später Geld kosten.

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Die übersehenen Kriterien: Ausstiegskosten und Qualität des Supports

Den Abschied vom Tool und den Ernstfall im Betrieb testet kaum jemand vor dem Kauf. Beides lässt sich in einer Testwoche mit wenig Aufwand prüfen.

Kriterium 6: Ausstiegskosten und der Lock-in-Effekt

Der Lock-in-Effekt beschreibt die Lage, in der ein Anbieterwechsel technisch zwar möglich, wirtschaftlich aber kaum noch tragbar ist, weil Daten, Abläufe und Gewohnheiten am alten System hängen. Je schwerer der Export, desto stärker der Effekt und desto schwächer Ihre Verhandlungsposition bei jeder Preiserhöhung. Die Prüfung ist unspektakulär: Lösen Sie noch während der Testphase einen vollständigen Datenexport aus und öffnen Sie das Ergebnis. Kommen die Daten in offenen Formaten wie CSV heraus, samt Anhängen und Verlauf? Oder liefert der Export ein proprietäres Paket, das nur dasselbe System wieder einlesen kann? Tool A erhielt in dieser Zeile zwei Punkte, weil Anhänge und Kommentare im Export fehlten. Solche Details stehen auf keiner Hersteller-Checkliste, aus nachvollziehbarem Grund.

Kriterium 7: Schulungs- und Supportangebot mit ehrlichen Reaktionszeiten

Versprochene Reaktionszeiten stehen im Prospekt, echte Reaktionszeiten stehen im Ticketverlauf. Senden Sie während des Tests eine reale Frage mittlerer Schwierigkeit an den Support, an einem normalen Wochentag, und messen Sie die Zeit bis zur brauchbaren Antwort, nicht bis zur Eingangsbestätigung. Zum Schulungs- und Supportangebot gehört daneben die Frage, ob Dokumentation und Hilfetexte auf Deutsch vorliegen und ob Einführungsmaterial für neue Mitarbeitende existiert, das Ihr Team ohne Berater nutzen kann. Die Befragung von Referenzkunden liefert hier mehr als jede Broschüre: Zwei Bestandskunden, die ehrlich erzählen, wie lange ihr letztes kritisches Ticket offen war, ersetzen zehn Folien über „Premium-Support“.

Damit sind alle sieben Zeilen des Bogens gefüllt. Bleibt die unbequeme Frage, wann selbst der beste Bogen nichts rettet.

Wann auch der beste Kriterienkatalog nicht weiterhilft

Sauber definierte Kriterien für die Softwareauswahl sind ein Werkzeug, kein Schutzschild. Drei Situationen hebeln das Verfahren regelmäßig aus, und alle drei haben mit Menschen zu tun, nicht mit Tabellen.

Am häufigsten scheitert das Verfahren an einer Entscheidung, die längst gefallen ist. Wenn die Geschäftsführung ihren Favoriten bereits ausgewählt hat, wird der Bewertungsbogen zur nachträglichen Begründung umfunktioniert. Die Gewichte werden dann so lange verschoben, bis der Wunschkandidat vorn liegt. Der wirksamste Gegenzug ist zeitlich: Gewichte werden festgelegt und schriftlich fixiert, bevor die Anbieternamen auf dem Tisch liegen. Wer nachträglich an den Gewichten drehen will, muss das dann sichtbar begründen.

Zweite Situation: Es gibt keinen echten Test. Punktwerte, die allein aus Vertriebspräsentationen stammen, sind Schätzungen mit Dekoration. Testphase planen heißt konkret:

  • Drei Wochen Dauer, mit einem festen Entscheidungstermin am Ende im Kalender aller Beteiligten
  • Höchstens zwei Anbieter parallel, beide mit denselben Aufgaben
  • Fünf reale Vorgänge aus dem letzten Monat nachstellen, inklusive des unordentlichsten
  • Ein vollständiger Datenexport pro Tool, geöffnet und geprüft
  • Ein echtes Support-Ticket pro Tool, mit gemessener Antwortzeit
  • Bewertungsbogen am letzten Tag getrennt ausfüllen, erst danach diskutieren

Bleibt die dritte Situation: zu viele Anbieter im Rennen. Wer sieben Systeme parallel bewertet, bewertet keines gründlich, und der Bogen füllt sich mit geratenen Dreien. Bewährt hat sich ein Trichter: eine formlose Longlist, daraus drei Anbieter in die engere Auswahl, davon höchstens zwei in die Testphase. Fällt einer der beiden durch, rückt der dritte nach. Diese Begrenzung wirkt streng, schützt aber die Qualität jeder einzelnen Bewertung.

Wer diese drei Fallen kennt, kann das Verfahren realistisch einsetzen. Der letzte Schritt ist dann keine Theorie mehr, sondern ein Praxistest mit echten Daten.

Die Kriterien für die Softwareauswahl im Praxistest mit Bitrix24

Ein Bewertungsbogen wird erst durch eine Testumgebung ehrlich, und die muss kein Budget kosten. Der kostenlose Tarif von Bitrix24 enthält Aufgaben- und Projektmanagement sowie ein CRM und eignet sich damit als eigene Testumgebung für die Prüfschritte aus diesem Artikel, ohne dass zunächst Lizenzkosten anfallen.

Für das Integrationskriterium bringt der Plattformansatz eine Besonderheit mit: Ein Angebot im CRM, die zugehörige Aufgabe für die Kollegin und die Abstimmung dazu liegen bei Bitrix24 im selben System. Für Zeile drei Ihres Bogens heißt das weniger Schnittstellen, die überhaupt geprüft werden müssen.

Der Praxistest lässt sich direkt mit echten Abläufen beginnen: Legen Sie etwa einen Interessenten als CRM-Kontakt an, verteilen Sie eine Kundenanfrage als Aufgabe und setzen Sie ein kleines Projekt samt Fristen auf. Nach drei Wochen liegen belastbare Werte für Alltagstauglichkeit und Integrationsfähigkeit sowie konkrete Beobachtungen zum Support vor. So füllt sich der Bewertungsbogen mit eigenen Erfahrungen statt mit Herstellerangaben.

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FAQ

Welche Kriterien für die Softwareauswahl sind wirklich entscheidend?

Welche Kriterien für die Softwareauswahl am schwersten wiegen, zeigt sich an den Folgekosten: Alltagstauglichkeit, Gesamtbetriebskosten über drei Jahre und Integrationsfähigkeit betreffen jeden Arbeitstag und tragen im Bewertungsbogen zusammen 55 von 100 Gewichtspunkten. Skalierbarkeit, Datenschutz, Ausstiegskosten und Support sichern die Entscheidung über die gesamte Vertragslaufzeit ab.

Warum reichen Hersteller-Checklisten als Kriterien für die Softwareauswahl nicht aus?

Hersteller-Checklisten reichen als Kriterien für die Softwareauswahl nicht aus, weil der Anbieter dort die Fragen stellt und die Liste seine Stärken abbildet. Unbequeme Punkte wie Exportkosten, echte Reaktionszeiten oder Preissprünge bei wachsender Nutzerzahl fehlen fast immer.

Was gehört alles in die Gesamtbetriebskosten einer Software?

In die Gesamtbetriebskosten einer Software gehören vier Positionen: die Lizenzkosten über die volle Laufzeit, die einmalige Einführung samt Datenübernahme, die interne Schulungszeit und die laufende Administration. Im Beispiel mit 40 Nutzern ergeben sich daraus 25.600 Euro über drei Jahre, von denen 8.320 Euro auf keiner Preisliste stehen. Der Listenpreis allein bildet also nur rund zwei Drittel der tatsächlichen Kosten ab.

Wie erstellt man einen Anforderungskatalog für neue Software?

Einen Anforderungskatalog für neue Software erstellt man in einem Workshop von rund zwei Stunden mit drei Rollen: künftigen Anwendern, einer Person mit Budgetverantwortung und jemandem aus der IT oder dem Datenschutz. Jede Anforderung wird als vollständiger Satz aus dem Arbeitsalltag notiert und anschließend zu etwa sieben gewichteten Oberkriterien verdichtet.

Wie viele Anbieter sollte man in die engere Auswahl nehmen?

Drei Anbieter gehören in die engere Auswahl, von denen höchstens zwei in die Testphase gehen. Fällt einer der beiden im Test durch, rückt der dritte nach. Mit jedem weiteren parallelen Kandidaten leidet die Gründlichkeit jeder einzelnen Bewertung, und der Bogen füllt sich mit geratenen Mittelwerten.

Wie lange sollte die Testphase für eine neue Software dauern?

Die Testphase für eine neue Software sollte drei Wochen dauern, mit einem festen Entscheidungstermin am Ende. Dieser Zeitraum reicht, um fünf reale Vorgänge nachzustellen, einen vollständigen Datenexport zu prüfen und die Antwortzeit des Supports anhand eines echten Tickets zu messen.

Woran erkennt man einen Lock-in-Effekt schon vor dem Kauf?

Einen Lock-in-Effekt erkennt man vor dem Kauf am Datenexport: Lösen Sie in der Testphase einen vollständigen Export aus und prüfen Sie, ob die Daten in offenen Formaten wie CSV samt Anhängen und Verlauf exportiert werden. Proprietäre Exportpakete und Zusatzkosten für die Datenherausgabe sind die beiden klarsten Warnsignale.

Wer sollte im Unternehmen bei der Softwareauswahl mitwirken?

Bei der Softwareauswahl sollten drei Rollen mitwirken: die Menschen, die täglich mit dem Tool arbeiten, die Person mit Budgetverantwortung und jemand aus IT oder Datenschutz. Die künftigen Anwender bewerten die Alltagstauglichkeit, denn sie tragen die Folgen jeder überflüssigen Klickfolge am längsten.

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